Der Projektkurs Recht: Ein spannender Einblick ins juristische Leben

Als ich das erste Mal davon gehört habe, dass es auf unserer Schule die Möglichkeit gibt, einen Projektkurs mit dem Thema „Rechtswissenschaften“ zu besuchen, dachte ich mir ziemlich schnell, dass ich diesen Kurs belegen möchte.

Ich fand die Rechtswissenschaften und die juristischen Berufsmöglichkeiten schon länger interessant, konnte mir darunter aber nie etwas Konkretes vorstellen bzw. wusste nicht genau, wie die Arbeit dort abläuft.

Deshalb war der Projektkurs Recht für mich die perfekte Möglichkeit, die Facetten der Rechtswissenschaften besser kennenzulernen.

Im Folgenden möchte ich nun anderen Interessenten die Möglichkeit geben, einen kurzen Einblick in den Projektkurs Recht zu erlangen.

Der Projektkurs ist in zwei Hauptthemen unterteilt. Im ersten Halbjahr haben wir uns mit dem Verfassungsrecht beschäftigt, also mit dem Grundgesetz und den elementaren Rechten, die für jeden Menschen in Deutschland gelten.

Dabei sind wir auf die wichtigsten Artikel unseres Grundgesetzes eingegangen, haben deren Bedeutung geklärt und deren Einschränkungen (Schranken) und Wirkungsbereiche genauer untersucht.

Dadurch kann man gut verstehen, wie die einzelnen Grundrechte aufeinander abgestimmt sind, wann sie gelten und welche besondere Bedeutung ihnen zukommt.

Das zweite Halbjahr widmete sich dem Strafrecht, welches für viele sicherlich der interessantere Teil war. Das Spannende war das Analysieren von Fällen, wobei wir jedes Mal geklärt haben, was für eine Straftat vorliegt, welcher Paragraph drauf anwendbar ist, wer die Schuld trägt und welche Strafe eventuell auf den Beschuldigten zukommt. Dabei haben wir verschiedene Prüfungsschemata kennengelernt und konnten deren Kriterien auf vorliegende Bespiele anwenden.

Das Skript von Herrn Thomalla hat uns dabei durch die einzelnen Bereiche geführt, wobei ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass dieses mehr zur Unterstützung diente und der Unterricht im Rechtskurs wesentlich freier und meines Erachtens auch entspannter war als in anderen Fächern.

Dies lag daran, dass wir oft strafrechtlich und verfassungsrechtlich relevante Themen aus dem Alltag und dem gesellschaftlichen Geschehen in den Unterricht mit einbezogen haben. Dabei konnten wir unsere Meinungen mit juristischer Analysearbeit verbinden.

Gegen Ende des Schuljahres verfassten wir dann unsere Projektarbeiten, in denen wir unser zuvor gesammeltes Wissen miteinfließen lassen konnten.

Die Themenfindung war dabei erneut relativ frei, weshalb sich viele von uns mit interessanten und gesellschaftlich relevanten Themen beschäftigt haben, die alle einen rechtlichen Bezug hatten. Dadurch konnte jeder seine persönlichen Interessen mit den Rechtwissenschaften verknüpfen, was die Anfertigung der Projektarbeiten erleichterte.

Für die Erstellung der Facharbeiten benötigten wir natürlich juristische Literatur. Dafür begaben sich so gut wie alle von uns in eine der umliegenden juristischen Fakultäten, in denen wir erste Einblicke in das Arbeitsverhalten von Jura-Studenten erlangen konnten.

Insgesamt kann ich Schülern, die in Erwägung ziehen, Jura zu studieren oder sich für einen Beruf in diesem Fachgebiet interessieren, diesen Projektkurs wärmstens empfehlen.

Zwar bin ich mir noch nicht sicher, ob ich nun wirklich Jura studieren möchte, dennoch weiß ich nun besser, wie der Arbeitsprozess auf diesem Gebiet abläuft und bin der Entscheidungsfindung damit schon ein gutes Stück nähergekommen.

Abgesehen davon, lernt man durch diesen Projektkurs viele interessante Dinge, die einem im normalen Leben zum Teil nützlich sein können, und bleibt im rechtlichen Geschehen immer auf dem Laufenden.

 

Text: Felix Gürtler

Foto: Klaus Thomalla