Aber nichts ist verloren, solange wir hier stehen, solange unsere Herzen Demokratie und Freiheit tragen.
Charlotte Knobloch
Am 14. September fand an unserer Schule die Pflanzaktion des Gedenkbaumes der Erinnerungskultur AG in Zusammenarbeit mit der ersten Gedenkstättenfahrt statt.
Die Erinnerungskultur AG setzt sich dafür ein, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Durch Aktionen, wie die Ausstellung zum Anne Frank Tag oder durch Präsentieren von Flyern oder Zitaten im Schaukasten der Schule, schafft sie Aufmerksamkeit für das Thema Nationalsozialismus und versucht die Jahrgänge dafür zu sensibilisieren.
Die Schüler*innen, die sich auf die Gedenkstättenfahrt begaben, verbrachten drei Tage in Weimar, Erfurt und Buchenwald und haben sich sowohl mit dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald als auch mit Zwangsarbeit in ganz Weimar und mit dem Unternehmen Topf und Söhne, welches die Öfen für Auschwitz lieferte, intensiv auseinandergesetzt.
Vor diesem Hintergrund startete die Veranstaltung um 17:00 Uhr in der Bibliothek. Dort eröffneten einige engagierte Schüler:innen unter Leitung von Frau Timpe den Abend mit den bewegenden Liedern „Ihr Mächtigen, ich will nicht singen“ und „Shalom aleichem“.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden sowohl Redebeiträge von Seiten der Schülerschaft als auch von unserer Schulleitung und Herrn Pfarrer Theobold vorgetragen.
Die Reden der Schülerinnen richteten sich an die Zukunft, thematisierten unsere Verantwortung, die schrecklichen Untaten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und appellierten an eine Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus, der auch in der heutigen Gesellschaft noch- und immer wieder in neuer Form- vorhanden ist. Dabei machten sie deutlich, dass man sich für die Demokratie einsetzten- und couragiert auftreten muss.
Frau Meinecke sprach sich ebenfalls für die Bedeutung einer solchen Veranstaltung auch im bildungsinstitutionellen Rahmen aus und bedankte sich sowohl bei der AG und ihren Leitungen als auch bei den Teilnehmenden der Gedenkstättenfahrt für die Organisation.
Herr Pfarrer Theobold, Pfarrer der Pauluskirche in Zündorf, thematisierte den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung, setzte den Fokus auf ein Miteinander und verdeutlichte durch eine eindringliche Anekdote, dass hinter jedem Namen eines Opfers ein Mensch stand, ein Erwachsener, ein Kind- und dass jeder Name eines Kindes auch der des eignen Kindes hätte sein können.
Zudem wurden Auszüge von biografischen Berichten der ehemaligen Schüler:innen der Jawne (ein ehemaliges jüdisches Reform-Realgymnasium in Köln) vorgetragen und die Teilnehmenden der Gedenkstättenfahrt lasen ihre Eindrücke der Fahrt, die sie in einem Satz eingefangen hatten, der Reihe nach vor.
Nach den Beiträgen in der Bibliothek ging es in den Schulgarten, wo in einem zeremoniellen und bewegenden Akt der Ginkgo Baum gepflanzt werden sollte. In einem Halbkreis standen alle Anwesenden um das Pflanzloch. Frau Scheidgen und Frau Stoffregen betteten die Pflanzung in starke und rührende Worte. Sie sprachen von der vielschichtigen Bewandtnis des Baumes- und speziell des Ginkgos- als Mahnmal und als Ort des Gedenkens und seiner Bedeutung für unsere Zeit, aber auch vom starken Einsatz aller Planenden. Außerdem verwiesen sie auf die Steine, die alle Personen, die gekommen waren, im Anschluss an die Pflanzung um den Baum herum platzieren konnten.
Auch die Teilnehmenden der Gedenkstättenfahrt, die die Pflanzung übernahmen, verbanden den Baum mit ihren Eindrücken der Fahrt.
Der Baum wurde gepflanzt. Begleitet von Worten, die darauf verwiesen wie wichtig es ist sich zu erinnern, zu gedenken. Worte, die von Einsatz und Courage sprachen, die an die schreckliche Zahl der Opfer erinnerten und all den Erwachsenen und Kindern, die unter diese Zahl fielen. Zum Abschluss legte jeder und jede als Zeichen der Erinnerung einen weißen Stein auf die neue Erde.
An dieser Stelle muss ein großer Dank an alle Helfer:innen ausgesprochen werden:
- An Herrn Seifert und die Technik AG, die sich um Ton und Bild in der Bibliothek kümmerten.
- An Herrn Mohs, von der Jackob-Kaiser Stiftung, der die Gedenkstättenfahrt organisiert und durchgeführt hat.
- An Frau Meinecke für die Unterstützung der Idee und für ihren Redebeitrag.
- An Frau Timpe und die Schüler:innengruppe, die das Gedenken durch einen musikalischen Akt aufleben ließen.
- An Herrn Pfarrer Theobold für seine deutlichen und fühlenden Worte.
- An Frau Scheidgen und Frau Stoffregen für die Organisation und die Beiträge, die sie dem Baum metaphorisch auf den Weg gaben.
- Und zuletzt an alle Teilnehmenden der Gedenkstättenfahrt und der Erinnerungskultur-AG.
Verantwortliche Lehrerinnen: Nele Scheidgen und Cathrin Stoffregen
Text: Hannah Pflüger, EF
Bilder: Lilly Barber, Nelly Lubelecka beide EF



















