Exkursion in das Bastogne War Museum in Belgien

Exkursion in das Bastogne War Museum in Belgien im Rahmen des bilingualen Geschichtsunterrichts (10a / 10b)  

 Am 29. Oktober machten die bilingualen Klassen der 10. Jahrgangsstufe einen Ausflug nach Belgien, um dort in Bastogne das das Mardasson Memorial und das Kriegsmuseum, das sich mit der Ardennenschlacht befasst, zu besichtigen.  

Nach einer mehrstündigen Busfahrt kamen wir um die Mittagszeit in Belgien an und besichtigten dort zuerst das Mardasson Memorial, das 1950 von Belgien als Zeichen der Dankbarkeit für die Befreiung des Landes durch US- amerikanische Truppen erbaut wurde. Nach einer Umrundung des beachtlichen Denkmals, waren wir in der Lage, uns vielschichtig mit der Gestaltung von diesem auseinanderzusetzen.  

Wenige Meter von dem Denkmal entfernt, befindet sich das „Bastogne War Museum“, in dem wir die nächsten Stunden verbrachten. Innerhalb des Museums bekamen wir einen Audio-Guide, der derart mit bestimmten Stationen der verschiedenen Räume verknüpft war, dass man stetig lebendige Einblicke in bestimmte Themenbereiche bekam. Während sich der erste Raum noch etwas mit der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges befasste, rückte der Fokus im Verlauf der Räume weiter auf die Ardennenschlacht gegen Ende des Krieges. Zwischen zwei Räumen gab es auch Filme, die die Kriegssituation thematisch passend zu den anschließenden Räumen erläuterte.

So gab es in einem Film eine Visualisierung mit dreidimensionalen Effekten, die – unter anderem – die deutschen und sowjetischen Truppen und ihre geostrategische Ausrichtungen zeigte. In einem anderen Film konnten sich die zuschauende Personen auf Baumstämme setzten und durch eine einsetzende Simulierung der Kälte sich näher in die Situation der Soldaten im Wald hineinversetzen. 

Außerdem zeigten weitere Räume Nachbildungen belgischer Häuser und Läden – und wie diese zu Kriegszeiten aussahen. Durch diese „Show-Rooms“ war man in der Lage, sich die Schrecken und Zerstörung der damalige Zeit lebendiger vor Augen zu rufen.   

Auch US-amerikanische Panzer konnte man in dem Museum betrachten. Diese befanden sich in hallenartigen Räumen, die außerdem Schaukästen mit der Kleidung und den Waffen der Soldaten beinhalteten. Zudem bekam man speziellere Ausrüstung, beispielsweise von Fallschirmjägern, präsentiert. Des Weiteren gab es in vielen Räumen digitale Infotafeln, auf denen die Besucher nähere Informationen zu den Themen bekam, mit denen sich der Raum, in dem man sich befand, beschäftigte. Auf diesen hatte man auch die Möglichkeit, an Umfragen teilzunehmen, deren Ergebnisse man teilweise zum Ende des Besuchs einsehen konnte. Eine dieser Infotafeln griff die Schrecken des Malmedy Massakers auf und vermittelte die grotesken Kriegsverbrechen der Waffen SS.  

Eine weitere Besonderheit des Museums ist, dass am Anfang der Räume verschiedene Persönlichkeiten vorgestellt werden, die man in den folgenden Räumen stetig wiederfindet. Zu diesen Personen gehörten unter anderem ein deutscher- und ein amerikanischer Soldat sowie ein belgischer Junge. Durch diese Vermittlung erhielt man Einsicht in die verschiedenen Perspektiven der Menschen und wie die beteiligten Nationen den Krieg wahrnahmen. Die Kombination aus dem Audio-Guide und den korrespondierenden – im Raum ausgestellten Gegenständen – ermöglichte einen Einblick in die individuellen Wahrnehmungen der Kriegsgeschehnisse.  

Insgesamt waren alle Räume sehr lebhaft gestaltet und besaßen geordnete Informationstafeln, die zeitweise auch statistisches Material präsentierten. Den Besuchern wurde der Schrecken des Krieges vor Augen gehalten und impliziert die Privilegien unserer heutigen Lebensrealität aufgezeigt.  

Bei dieser umfangreichen Sammlung war es schwer, das Museum vollständig zu erkunden, sodass jeder individuelle interessensgeleitete Schwerpunkte auswählen musste. Nach Besichtigung des Museums durften wir uns noch einige Zeit in Bastogne aufhalten, bis der Bus uns abholte.   

An dieser Stelle ist sowohl ein Dank an den Förderverein, der uns einen Großteil der Kosten dieser Exkursion abnahm, als auch an Frau Flüßhöh und Frau Stoffregen  auszusprechen, die durch ihre umsichtige Begleitung die Exkursion ermöglichten.